Aktion "Zeichen setzen!" - 1.000 Euro Preisgeld
Am 19. November 2025 wurde Angestöpselt im Rahmen der Main‑Post‑Aktion „Zeichen setzen!“ als eine der Gewinnerorganisationen ausgezeichnet. Der "Förderpreis des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Würzburg" ist mit ingesamt 1.000 € dotiert, über die wir uns sehr freuen.
Mit dem Preisgeld fördern wir unsere Reparatur‑ und Vereinsarbeit — etwa Ersatzteile, Akkus und Material für die Reparatur der Computer und zur Deckung laufender Kosten.
Wir danken der Main‑Post und dem Evangelisch-Luterischem Dekanat Würzburg herzlich.
- Weiterführender Artikel: Main‑Post — Gewinner der Aktion „Zeichen setzen!“ (2025)

Wir bedanken uns vielmals bei Frank Witzel für die tolle Laudatio, die wir hier gerne im kompletten Wortlaut teilen.
Laudatio
Sehr herzliche und ganz liebe Grüße von meinem, von unserem, Dekan Dr. Wenrich Slenczka und der Jury unseres Dekanats zum Ehrenamtspreis „Zeichen setzen“.
Mein Name ist Frank Witzel, ich bin evangelischer Pfarrer im Dekanat Würzburg, zuständig für „Kirche an anderen Orten“ und Dekanatsbeauftragter für das Ehrenamt.
Ich freue mich, vertreten zu dürfen, bei Ihnen zu sein und die Laudatio zu halten für eine Aktionsgruppe, die bis jetzt noch gar nicht weiß, dass sie zu den Preisträger*innen gehört. Aber Sie werden es gleich erahnen, wenn ich darauf hinweise und betone …
„Jeder Mensch, der einen Computer braucht, soll einen bekommen.“
Das ist das Credo des 2011 in Würzburg gegründeten Vereins „Angestöpselt“, der pro Jahr im Schnitt rund 500 gebrauchte PCs und Laptops sammelt und an Menschen verschenkt, deren Einkommen dafür nicht ausreicht.
Möglich ist das durch das ehrenamtliche Engagement von gut 50 Mitgliedern: Sie überprüfen und überholen gespendete Computer, löschen die Festplatten und organisieren die Ausgabe.
Der Bedarf ist groß. Die Nachfrage übersteigt immer das Angebot. Selbst wenn größere Firmenspenden hereinkommen, gehen die Geräte schnell wieder unter die Leute, die sich ein solches Gerät nicht leisten können. Es sind auch Familien mit Kindern darunter, die einen Laptop für die Schule brauchen. Die Kundinnen und Kunden sind Geflüchtete, Bürgergeldempfänger und Geringverdiener. Die Bedürftigkeit ist durch die Abgabenordnung und das Finanzamt klar definiert und muss bei einer Bestellung nachgewiesen werden.
Der Vereins-Vorsitzende Lukas Seeber und der gesamte Verein „Angestöpselt“ stehen für die Teilhabe und Chancengleichheit aller Menschen. Dies hat die Jury im Dekanat erstens überzeugt und zweitens zu großer Wertschätzung geführt, so dass wir mit Freuden den diesjährigen Preis „Zeichen setzen“ dem Verein „Angestöpselt“ verleihen.
Als Traumatherapeut ist es mir zugleich wichtig, diese Wertschätzung auch mit persönlichen Worten zu unterstreichen.
Wir erleben in unserem Alltag häufig Grenzen, die wir weder durch kämpferisches Agieren noch durch Flucht davor bewältigen können. Digitale Zugänge sind enorm wichtig, wesentliche Ziele zur Lebensbewältigung zu erreichen, und schrecklich frustrierend, wenn sie nicht funktionieren oder schlichtweg nicht vorhanden sind. Jede*r kennt die Ohnmacht vor dem Bildschirm, wenn wir auf einer Online-Maske für wichtige Anliegen nicht weiterkommen. Noch problematischer ist es, wenn wir überhaupt keinen Online-Zugang haben, die nötige Hardware fehlt und reale, analoge Menschen ebenfalls nicht da sind, um weiterzuhelfen.
Diese Form von Ohnmacht macht Menschen aggressiv, depressiv oder lässt sie Partizipation, Anschluss und Gemeinschaft verlieren. Das macht einzelne Menschen krank und schädigt zugleich soziale Systeme wie Nachbarschaften, Stadtgemeinschaften oder zivile Gesellschaften.
Gott sei Dank gibt es ressourcenorientierte Initiativen wie die heutigen Preisträger!
Denn „Angestöpselt“ leistet einen Beitrag zu konkreter „Selbstwirksamkeit“. Diese brauchen wir jeweils persönlich und zugleich gesellschaftlich, sozial und politisch, um die Herausforderungen des Lebens meistern zu können. „Aus Problemen Projekte machen“, heißt dann das Motto.
Ich bitte – weil wir so etwas weder analog bei Aldi und Co. noch digital bei Amazon und dergleichen kaufen können – Gott um seinen Segen für unsere menschenfreundliche und ressourcenorientierte Selbstwirksamkeit, um Gutes zu stärken.
Ich danke für das Engagement dem Verein und Ihnen, wertes Publikum, für die Aufmerksamkeit.
Und jetzt kommt noch ein kleiner Werbeblock: Auf der Homepage von „Angestöpselt“ finden Sie Merchandise-Artikel. Ich werde nach dieser Veranstaltung dort auch ein Sweatshirt mit der Aufschrift „Angestöpselt“ bestellen. Oder haben Sie einen PC oder Laptop, der mit dem veralteten und viren-anfälligen Windows 10 läuft? Bringen Sie ihn zu „Angestöpselt“. Dort erhält er ein „second life“. Danke!
Seien Sie behütet.
Frank Witzel, Veitshöchheim 14.11.2025
Ursprünglich erschienen: